Archiv für das Tag 'scrolledition'

Literatur im Netz – Directors Cut

Alexander Broy 2. Juli 2010

Mein Beitrag über Literatur im Netz, der in der 1.Juli Ausgabe der Weltkompakt zu lesen war, wurde von den Redakteuren ein wenig eingekürzt. Das hat mich nicht wirklich gestört und ich habe es auch nicht als Zensur empfunden, das sei gleich vorweg klar gestellt. Für die, die es interessiert, hier der Directors Cut:

Mein Buchhändler hat nur die TOP 100 der Verkaufscharts vorrätig und die handeln dann vorzugsweise von Zauberlehrlingen, Teenager-Vampieren oder sind “Historische Romane” vom Format: „Der/Die xxxxx (beliebige mittelalterliche Berufsbezeichnung einsetzen)“. Andere Bücher bestellt er mir gerne, die kann ich dann am nächsten Tag bei ihm abholen: Ich lasse sie mir lieber von Amazon nach Hause liefern. Empfehlen kann mir der Buchfachverkaufsangestellte auch nichts, hat er doch noch nicht mal seine “Die Wachsbläserin” und “Der Wanderschuster” gelesen, geschweige denn Literatur, die mich interessieren könnte. Literaturnobelpreise gehen an Bücher, die einen eher in den Schlaf schaukeln, als dass sie einen atemlos Umblättern lassen, Preise helfen nur den Verlagen, nicht den Lesern.

Nicht nur Helene Hegemann weiß: Wer Literatur sucht, muss ins Internet. Dort findet man noch die vielen kleineren und größeren Oasen in der Wüste des Hauptstroms.
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Ich spiele Weltkompakt

Alexander Broy 30. Juni 2010

Ein wenig fühle ich mich wie das Kamerakind bei der Kindersendung “Eins, zwei oder drei …” (war das mit  Michael Schanze?) Gekennzeichnet durch einem rosa Rahmen im Bild darf ich die große Kamera durchs Studio schwenken.

In diesem Fall ist es keine Kamera, sondern die Weltkompakt an der ich mich versuchen darf. Mein Beitrag über Literatur im Netz, der morgen übrigens nahezu ungekürzt erscheinen wird, war mehr oder weniger ein Heimspiel, aber was ich mir dann aufgehalst habe, war etwas völlig Neues für mich.

“Kamerakind” Alexander ist nämlich jetzt einen Tag der “Sportchef” der rechten Spalte mit den Meldungen, die keinen so richtig interessieren, die man aber der Vollständigkeit halber unbedingt erwähnen muss. Und jetzt beginnt das, was für Journalisten ganz normal ist und für mich richtig anstrengend. Agenturmeldungen lesen, sortieren, Themen vorschlagen, Texte verfassen, Texte kürzen, Nachrichten rausschmeissen, andere Prioritäten setzen … Wenn wichtigere Nachrichten hereinkommen, müssen Unwichtige weichen, wenn Neue kommen, müssen Alte weg …

Ein komisches Medium dieses Print … Anstatt das alles einfach auf der Timeline nach unten zu verschieben …

Nachtrag: Wer meinen Artikel über Literatur im Netz in der weltkompakt Scrolledition nachlesen möchte – er ist nicht nur in Printform erschienen – der möge hier klicken.