Archiv für das Tag 'Blogger'

100% positiver Bericht durch volle Inhaltskontrolle

Alexander Broy 21. Januar 2010

Liebe Leser, ich finde die Süddeutsche total toll (Das ist dieser Stapel Papier neben Tim Cole’s Kamin ) Ihr iPhone App ist bestimmt auch echt super (Wenn ich ein iPhone hätte, würde ich es sicher auch mal testen)<Textbaustein> “Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden</Textbaustein> Und das schreibe ich nicht, weil ich dafür eine Badehose von Trigema Geld von Trigami bekomme und die natürlich “volle Inhaltskontrolle” und der Süddeutschen “100% positive Berichte” versprochen haben.

Ich schreibe das einfach mal so, weil ich Lust dazu habe. Ich habe einfach mal Lust auf Schleichwerbung. Und damit bin ich nicht alleine. Zur Unabhängigkeit eines Bloggers gehört meines Erachtens auch, dass er so viel Schleichen und Werben kann wie er will, ich weiss nicht warum sich dafür auf einmal Blogger, Süddeutsche und Trigami kollektiv schämen. Redaktionelle Werbung ist doch ganz normal, das machen doch alle … Rezensionen auf Amazon, Bewertungen auf Youtube, die kann man doch auch kaufen, was ist denn mit euch allen los? Habt ihr wirklich geglaubt, das Internet ist ein advertorialfreier Raum?

Die Systems München öffnet sich für Blogger

Alexander Broy 8. Oktober 2008

Die SYSTEMS 2008 lädt erstmals gezielt Blogger dazu ein, sich auf der Messe umzusehen. Eine Blogger Lounge mitten auf dem Veranstaltungsgelämde dient als zentraler Anlaufpunkt und bietet freien WLAN-Zugang, um live vom Geschehen zu berichten. Der Eintritt zur Messe ist für Blogger selbstverständlich kostenfrei.

So ungefähr wird der Text der Pressemeldung lauten, die wir demnächst verschicken werden. Die Blogger vs. Journalisten Diskussion ist damit obsolet geworden. Blogger und natürlich auch Podcaster und Vodcaster dürfen umsonst auf die Messe, bekommen Schnittchen, Orangensaft und einen kostenlosen Parkplatz auf dem Messegelände (genau wie Journalisten). Wer interesse hat kann sich bei mir oder direkt bei der Messe München akkreditieren.

Nachtrag 17.10.2008 hier ist der offizielle Blog zur Bloggerlounge: http://www.bloggerlounge.de

PR-Arbeit 2.0?

Alexander Broy 29. April 2008

Don Alphonso verhöhnt in seinem Beitrag WEB 2.0 – Sie werden es nie begreifen die WEB 2.0 Pressearbeit eines Berliner Startups: deutlich, bissig und sehr amüsant, das schätzt man an Dons Blogposts. Ein wenig tut er mir aber leid, der PR Verantwortliche bei diesem “Berliner Startup”. Was hat er falsch gemacht? Er hat einem Blogger eine Pressemeldung zugeschickt und bekundet, dass er sich über eine Erwähnung in dessen Blog sehr freuen würde. Damit hat er sich den Zorn des Bloggers zugezogen.

Ich will uns die Blogger – Journalisten Diskussion auf jeden Fall ersparen. Aber anmerken möchte ich, dass ein Journalist die Pressemeldung eines Unternehmens vermutlich gelöscht, überflogen, gelesen oder übersehen hätte, aber er hätte sich darüber nicht so echauffiert.
Einem Medium eine Pressemeldung zuzusenden, ist ein Angebot: “Hier ist ein Thema, ich helfe dir bei der Recherche. Mach was draus, wenn es dich und dein Publikum interessiert, mein Kunde und ich würden uns freuen.” nicht mehr und nicht weniger.

Thomas Knüver vom Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache hat es auf der Republica08 in Berlin in etwa so formuliert. Wenn es keine Massensendung sei, sondern eine persönlich adressierte Bitte, hätte er nichts gegen PR. (hoffentlich nicht zu frei zitiert).
Manche Blogger, wie anscheinend Don Alphonso, möchten privat bleiben und verschont werden von Werbung und PR, manch einer möchte als Journalist ernst genommen werden und vielleicht sogar mit seinem Blog Geld verdienen.
Wie kann man als PR-Berater unterscheiden, welchen Blog man wie anspricht, und wen man besser nicht ansprechen soll?

Ich plädiere für die gleiche Nachsicht mit den PR-Beratern, wie man sie auch mit den Anderen hat, die einfach noch ein bisschen 1.0 sind. 

User = Loser?

Alexander Broy 20. Februar 2008

User generated Content. Wieder ein wundervolles Schlagwort für die nächste Bullshit-Bingo-Session. Einige böse Zungen sprechen in diesem Zusammenhang auch vom „Loser generated Content“

„Jeder ist ein Künstler“, meinte Joseph Beuys, und Andy Warhol hat von „15 Minuten Ruhm“ für einen Jeden von uns gesprochen. Ach, hätten die beiden das Internet noch erleben dürfen.

Damals wie heute mokieren sich jene darüber, die meinen, allein Hochschulstudium, Akademie, Volontariat und drei Jahre Lehre mit einer Pike in der Hand befähigen einen Menschen, etwas Wertvolles zu schaffen. Vergessen diese Leute doch allzu gerne, dass bisher immer noch Leidenschaft und Talent die Handwerker von den Künstlern unterschieden hat. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass ein gutes Handwerkszeug nicht von unschätzbarem Wert wäre. Nur denke ich, dass die Aneignung desselben auch ganz persönlich und individuell erfolgen kann.

Es wird unendlich viel Mist gebloggt, gepodcastet, gepostet und getwittert!

Aber wieviel hanebüchenen Mist haben wir schon in Zeitungen, dem Fernsehen, im Radio und in Büchern verdauen müssen. Mit der Bildzeitung, Uri Geller und Erich von Däniken sind die Blogger in bester Gesellschaft.

Human generated Content!