Internet

Literatur im Netz – Directors Cut

Alexander Broy 2. Juli 2010

Mein Beitrag über Literatur im Netz, der in der 1.Juli Ausgabe der Weltkompakt zu lesen war, wurde von den Redakteuren ein wenig eingekürzt. Das hat mich nicht wirklich gestört und ich habe es auch nicht als Zensur empfunden, das sei gleich vorweg klar gestellt. Für die, die es interessiert, hier der Directors Cut:

Mein Buchhändler hat nur die TOP 100 der Verkaufscharts vorrätig und die handeln dann vorzugsweise von Zauberlehrlingen, Teenager-Vampieren oder sind “Historische Romane” vom Format: „Der/Die xxxxx (beliebige mittelalterliche Berufsbezeichnung einsetzen)“. Andere Bücher bestellt er mir gerne, die kann ich dann am nächsten Tag bei ihm abholen: Ich lasse sie mir lieber von Amazon nach Hause liefern. Empfehlen kann mir der Buchfachverkaufsangestellte auch nichts, hat er doch noch nicht mal seine “Die Wachsbläserin” und “Der Wanderschuster” gelesen, geschweige denn Literatur, die mich interessieren könnte. Literaturnobelpreise gehen an Bücher, die einen eher in den Schlaf schaukeln, als dass sie einen atemlos Umblättern lassen, Preise helfen nur den Verlagen, nicht den Lesern.

Nicht nur Helene Hegemann weiß: Wer Literatur sucht, muss ins Internet. Dort findet man noch die vielen kleineren und größeren Oasen in der Wüste des Hauptstroms.
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Erst Schiessen, dann Fragen: Die Abmahn-Cowboys

Alexander Broy 22. Januar 2010

Wo kann ein Mann noch ein Mann sein, wo ist der Westen noch wild? Wo sind die letzten Reservate für echte Cowboys? Die letzten echten Kerle, die erst schiessen und dann fragen, wo sind sie geblieben? Sind wir alle nur noch weichgespülte Konsens-Memmen?

CowboysNein, es gibt noch ein paar dieser echten Outlaws, die sich einen Dreck um unsere “Lass-uns-erst-mal-drüber-reden-Kultur” scheren. Natürlich tragen sie keine in der untergehenden Sonne funkelnden Colts mehr im tief hängenden Gürtelholster. Auch Cowboyhut, Stiefel und Sporen gehören nicht mehr zu den Accessoires der letzten Glücksritter unserer Gesellschaft. Aber ich will es nicht künstlich spannend machen: Die letzten echten Westernhelden sind die Internet-Abmahn-Anwälte.

Die Firma KOMSA beschäftigte gerade noch ein paar dieser Kerle und sie haben die Kugeln pfeifen lassen. Carsten Windfelder von 100Partnerprogramme zum Beispiel und weitere Webseitenbetreiber haben Abmahnungen wegen des unlauteren und schädlichen Nutzens des KOMSA Logos bekommen. Mitarbeitern des Unternehmens fiel auf, dass unglaublich viele Seiten im Netz, einfach das KOMSA-Logo benutzen.

Wie heisst es so schön? Diese Stadt ist zu klein für uns, Fremder!
Die Colts wurden gezückt, Abmahnungen verschickt!

Zugegeben in diesem Fall ist schon etwas peinlich für die Rechtsabteilung von KOMSA, dass die vermeintlichen Logo-Missbräuche auf den firmeneigenen Pop-Up-Blocker zurückzuführen waren, der statt unerwünschter Werbung, das eigene Logo einblendete, aber was solls, lieber einmal zu schnell geschossen, als einmal zu spät, oder?

Für mich bleiben sie die letzten Helden unserer Zivilisationsgesellschaft, mögen die anderen auch alle über sie lachen.
YEEEEHAAAH, zieh Cowboy!

100% positiver Bericht durch volle Inhaltskontrolle

Alexander Broy 21. Januar 2010

Liebe Leser, ich finde die Süddeutsche total toll (Das ist dieser Stapel Papier neben Tim Cole’s Kamin ) Ihr iPhone App ist bestimmt auch echt super (Wenn ich ein iPhone hätte, würde ich es sicher auch mal testen)<Textbaustein> “Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden</Textbaustein> Und das schreibe ich nicht, weil ich dafür eine Badehose von Trigema Geld von Trigami bekomme und die natürlich “volle Inhaltskontrolle” und der Süddeutschen “100% positive Berichte” versprochen haben.

Ich schreibe das einfach mal so, weil ich Lust dazu habe. Ich habe einfach mal Lust auf Schleichwerbung. Und damit bin ich nicht alleine. Zur Unabhängigkeit eines Bloggers gehört meines Erachtens auch, dass er so viel Schleichen und Werben kann wie er will, ich weiss nicht warum sich dafür auf einmal Blogger, Süddeutsche und Trigami kollektiv schämen. Redaktionelle Werbung ist doch ganz normal, das machen doch alle … Rezensionen auf Amazon, Bewertungen auf Youtube, die kann man doch auch kaufen, was ist denn mit euch allen los? Habt ihr wirklich geglaubt, das Internet ist ein advertorialfreier Raum?

Lieber Jean Anleu: Twitter darf keine rechtsfreier Raum sein!

Alexander Broy 7. Juli 2009

Fünf Jahre Haft drohen Jean Anleu, der in seiner Heimat Guatemala zum Protest gegen eine korrupte Bank aufgerufen hat. Er hat sich nicht etwa mit einem grossen Pappschild, vor einer Bankfiliale die Beine vertreten, sondern er hat unter seinem Twitteraccount @jeanfer getwittert:

Die erste konkrete Aktion sollte es sein, Geld von der Banrural abzuziehen und die Bank der Korrupten bankrott gehen zu lassen.

Die Behörden konnten ihn als Urheber dieses Tweets ermitteln und der Guatemalteke wird als erster, der wegen Twitter in den Knast wandert, in die Geschichte eingehen.

Dann fühlt man sich doch gleich viel wohler, wenn man in einem Land lebt, in dem vom Staat sogar Bad-Banks beschlossen werden und das Internet inklusive Twitter noch frei ist, oder?

1,2, Test, Test, Test, Deutsche Bank, Stadtsparkasse, Geld abheben, Bankrott, Protest … scheint noch zu gehen, (noch)

Der Blues des Bannermalers

Alexander Broy 12. März 2009

Der Beruf des Kinomalers ist nahezu ausgestorben. Als großformatiges Drucken noch unerschwinglich war, engagierten die Kinobetreiber Maler, mit Pinsel und Farbe Filmplakate auf große Leinwände zu übertragen. Diese taten das mehr oder weniger gekonnt und mit mehr oder weniger Lust an der künstlerischen Freiheit. Über den Eingängen so mancher Lichtspielhäusern prangten großformatige Kunstwerke, wo heute Großdruckplakate und teilweise schon elektronische Screens auf das laufende Kinoprogramm hinweisen.

Dieses Berufsbild ist ein sterbendes aber ein anderes, eigentlich nicht ganz unähnliches, ist seit einigen Jahren ganz groß im Kommen: Der Bannermaler.

Ich bin eines dieser Spezies und so manch ein Kinofilm ist von einem Banner aus meinem Pixelatelier beworben worden. Früher waren es, beschränkt durch niedrige Bandbreiten, kleine bewegte Gifs heute designe ich meist aufwändige Flashanimationen mit gestreamten Trailern.

Diese Dinger haben so poetische Namen wie: „Medium Rectangle“, „Streaming Flash-Layer“, „Pre-roll Video Ad“, „Fullsize Banner“ und „Skyscraper“. Alle diese Formate, haben eines gemeinsam, sie sind keine Verschönerung des Stadtbildes, sind keine Farbtupfer im grauen Großstadt Einerlei, sondern sie zappeln und flimmern auf den Bildschirmen der Internetnutzer. 3 Millionen Bannerklicks und 6000 Gigabyte Traffic hat meine letzte Bannermalerei für den Teenie-Blockbuster „Twilight“ in einem Monat verursacht und Kinobetreiber und Filmverleih waren sehr zufrieden.
Mich macht es jedoch auch ein bisschen nachdenklich, wenn meine Leinwände im Keller vor sich hin schimmeln und ich 500×500 „Kino-Pixel-Malerei“ dem nichtsahnenden Surfer vor die Augen klatsche und so manchmal würde ich gerne die Maus beiseite legen, den Duft von feuchter Farbe in der Nase haben und etwas richtig „Großes“ schaffen.
Nicht zu Werbezwecken und nur zur Illustration, habe ich hier ein paar Werke aus meiner Sammlung zusammengestellt.

Twilight 2 startet am 7. Januar 2010

Alexander Broy 26. Januar 2009

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN, der erste Film nach der Bestseller-Reihe von Stephenie Meyer führt auch am zweiten Wochenende die Spitze der deutschen Kinocharts an. Inzwischen steht auch der Starttermin der Fortsetzung: NEW MOON – BISS ZUR MITTAGSSTUNDE, kommt am 7. Januar 2010 in die deutschen Kinos.
Ab dem Frühjahr wird unter der Regie von Chris Weitz (“About a Boy”, “Der Goldene Kompass”) gedreht. Die Hauptrollen übernehmen wieder Robert Pattinson, Kristen Stewart und – diesmal in einer größeren Rolle – Taylor Lautner.
Hoffentlich wird auch diese Website von mir.

Twilight, Biss zum Morgengrauen

Alexander Broy 15. Januar 2009

Der Server raucht, so viel Traffic, hat er noch nie gemacht, seit die Website zum aktuellen Kinofilm “Twilight, Biss zum Morgengrauen”, online ist. Der Concorde Filmverleih hatte mich Ende des letzten Jahres mit der Website und der Online-Medien Prodktion beauftragt.
Die Verfilmung des Bestsellers von Stephenie Meyer wurde vor allem von weiblichen Teenagern sehnlichst erwartet. Ich freue mich jedenfalls auf den Film, der heute in die deutschen Kinos kommt und denke ein Server ist wie ein Auto, ab und zu muss man ihn richtig ausfahren, das tut ihm gut.

Czyslansky Forschung: Kleindatenhaltung

Alexander Broy 29. Oktober 2008

Kleindatenhaltung

Dieser Blogeintrag beschäftigt sich mit aktuellen Ergebnissen aus der Czyslansky Forschung. Kleindatenhaltung, bisher sträflich vernachlässigt gewinnt immer mehr an Bedeutung vor allem was das Auffinden dieses Begriffs in Suchmaschinen angeht. Siehe dampflog und czyslansky. Vermutlich ist nicht nur der Begriff Kleindatenhaltung für das Auffinden in Suchmaschinen wichtig sondern auch die Schreibweise. So findet Google den Begriff Kleindatenhaltung besser, wenn man ihn in unterschiedlichen Variationen schreibt. Kursive Kleindatenhaltung darf man dabei auch nicht vergessen.

 

Die Bloggerlounge auf der letzten SYSTEMS

Alexander Broy 23. Oktober 2008

Die Systems wurde im selben Jahr wie ich geboren. Während ich meinem 40. Geburtstag nächstes Jahr mit Bangen entgegensehe, wird die SYSTEMS ihren nicht erleben. Während es mein persönliches Ziel ist, Jopi Heesters Rekordversuch zu toppen, wird eine Münchner IT Veranstaltung neu geboren werden. Mit der Einführung der Bloggerlounge, also einer gezielten, Pressezentrums-ähnlichen (nur eben viel cooleren) Einrichtung, die Bloggern, Podcastern, Twitterer usw. eine Heimat auf der SYSTEMS gibt, durfte auch ich der Messe einen klitzekleinen Teil eines neuen Geistes einhauchen.

Das ungeborenen Baby hat noch keinen Namen – mein persönlicher Favorit, von @oliverg vorgeschlagen ist: ”The fair formaly known as SYSTEMS”, mit dem griffigen Kürzel: TFFKAS. Die Bloggerlounge, aber die ist nachhaltig, hat Klaus Dittrich, GF der Messe München auf der Pressekonferenz versprochen, die wird es wieder geben, auf der IT Veranstaltung im Herbst 2009, die noch keinen Namen hat.

Die Bloggerlounge lieben sie alle, die Blogger, die Agentur, das Messeteam und sogar einige Journalisten, die sich immer wieder heimlich einschleichen (wir tun dann so, als hätten wir es nicht bemerkt) und das macht mich ein kleines wenig stolz. Das Vertrauen das die Messe München und mein Arbeitgeber vibrio mir entgegen gebracht haben, hat eine so schnelle Umsetzung erst möglich gemacht. 3 Wochen (in Worten drei) hatten wir für das gesamte Projekt. Die rat- und tatkräftige Mitarbeit vom Presseteam der SYSTEMS, der Agenturkollegen, der BarCampMuc Organisation, der (ich kann sie nicht alle aufzählen und verlinken) Blogger und ganz besonders von Oliver Gaßner, der seit dem Barcamp mit im Team ist, sei hier ausdrücklich erwähnt.

Aber noch ist nicht alles vorbei, vor uns liegen noch 2 Tage SYSTEMS und 2 Tage Bloggerlounge und auf die freue ich mich.

BRANDNER KASPAR die Nr 1

Alexander Broy 17. Oktober 2008

DIE GESCHICHTE VOM BRANDNER KASPAR hat sich gleich am ersten Spieltag in München auf Platz 1 der bayerischen Kinocharts gesetzt. Doch nicht nur in der Landeshauptstadt machen Michael Bully Herbig und Franz Xaver Kroetz Furore. Auch in den Kinos in Ober- und Niederbayern, Franken, der Oberpfalz und in Bayerisch Schwaben hat sich Joseph Vilsmaiers neuer Film in die Herzen der Zuschauer gespielt und den Kinos einen großen Besucherstrom beschert.

Die Website zum Film empfehle ich mal wieder ausdrücklich (schließlich habe ich sie gemacht), aber auch der Film ist absolut sehenswert und trägt das Prädikat: besonders bayrisch

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